Kopfzeile

Inhalt

Eschenwelke breitet sich rasch aus - auch in den Giswiler Waldungen

13. Mai 2022

Die Eschenwelke ist eine Pilzerkrankung und breitet sich in unseren Wäldern rasant aus. Sie birgt Gefahr für Strassen, Velo- und Fusswege, weil sie zum Absterben vieler Eschen führt. Als Resultat könnte die Esche in Wäldern des Mittellandes, wo sie stark verbreitet ist, weitgehend verschwinden.

Die ersten befallenen Eschen wurden 2008 in der Schweiz in der Region Basel erkannt. Verursacher der Eschenwelke-Krankheit ist der Pilz Chalara fraxinea. Der Pilz breitet sich sehr schnell aus und mittlerweile ist das Gebiet nördlich der Alpen weitgehend befallen. Südlich der Alpen, wo der Pilz bisher nicht vorkam, hat die Eschenwelke das nördliche Tessin im vergangenen Sommer erreicht.

Auch in Giswil ist die Eschenwelke vorhanden. Im Grundwald musste im vergangenen Herbst grossflächig ein Eingriff vorgenommen werden. Die von der Eschenwelke befallenen Eschen wurden entfernt und für das Losholz aufgearbeitet. Als Folge der Eschenwelke wird sich das Waldbild merklich verändern. Solche grossflächigen Eingriffe werden nur ungern vorgenommen, sind jedoch zwingend notwendig, damit die Eschenwelke sich nicht noch schneller ausbreitet.

Die vom Wind verbreiteten Pilzsporen dringen über die Blätter in die Blattstiele vor und breiten sich via Zweige und Äste bis ins Stammholz aus. Weil in den befallenen Pflanzenteilen die Leitfähigkeit für Wasser stark eingeschränkt ist, welken Äste und ganze Kronenteile. Der Pilz dringt schnell in das Stammholz vor und bewirkt dort einen Holzabbau. Dadurch wird das wertvolle Stammholz, welche zu Möbeln und Parkettböden verarbeitet wird, zu Brennholz entwertet.

Die Erfahrung anderer Länder zeigen, dass bis 90 Prozent der Eschen absterben können. Dieses Szenario bereitet grosse Sorgen, denn die Esche ist aus waldbaulicher Sicht eine sehr wertvolle und vielseitige Baumart. In gewissen Wäldern ist jeder dritte Baum eine Esche. Das Holz der Esche ist zäh, biegsam und elastisch. Deshalb eignet es sich wie keine andere einheimische Holzart für die Herstellung von Werkzeugstielen, Sportartikeln wie Holzschlitten und Turngeräten. In der Medizin würde man sagen: "Patient krank – Therapie nicht in Sicht – Hoffnung besteht."

Gemäss internationalen Forschungsergebnissen weisen rund fünf Prozent der Eschen keine Schäden auf. Es besteht somit Hoffnung, dass einige wenige Eschen resistent sind und dafür sorgen, dass diese Baumart überleben wird. Die Förster werden jedoch auch in Zukunft regelmässige Gesundheitskontrollen durchführen müssen und Bäume, die stark von der Eschenwelke befallen sind, fällen.

Forstkommission Giswil

 

Zugehöriges

Zuständiges Amt
Korporation Giswil, Forst