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Entstehung der Korporation Giswil

Im Kirchgang Giswil besassen bis Ende des 18. Jahrhunderts nur die Bürger politische Rechte. In Gemeindesachen waren die Einwohner aus andern Obwaldner Gemeinden, die Beisässen, vom Mitbestimmungsrecht ausgeschlossen, ebenso die Angehörigen anderer eidgenössischer Orte, die Hintersässen, und die Ausländer. Während der Helvetik von 1798 bis 1803 waren Ortsbürger und Beisässen in der Munizipalität gleichberechtigt, aber die Ortsbürger bestimmten noch allein über die Gemeingüter. 1803 wurden die alten Verhältnisse wiederhergestellt. Erst als Obwalden 1850 seine Verfassung an die Bundesverfassung von 1848 anpasste, wurden wieder zwei Gemeindearten eingeführt: Die Einwohnergemeinde und die Kirchgenossengemeinde. Zu dieser zählten alle Ortsbürger, die in Giswil ansässig waren und am Gemeindegut Anteil hatten. Bis zur Verfassung von 1867 wählten sie neben dem Kirchgenossenrat alle Geistlichen, Schullehrer und die Sigriste sowie den Organisten an der Pfarrkirche St. Laurentius, ebenso die Kirchen- Kapellenvögte. Unter dem neuen Namen der Bürgergemeinde wählten die Bürger ab 1868 ihren Bürgergemeinderat und neben dem Weibel und dem Unterweibel nur noch die Geistlichen, Sigristen und Vögte an den Kapellen Gross- und Kleinteil. Wie der Kirchgenossengemeinderat hatte auch der Bürgergemeinderat für die Ortsbürger das Vormundschafts- und Armenwesen zu besorgen. Bis 1851 wurden für die armen Bürger bei ihren Verwandten Verwandschaftssteuern eingezogen, seither hatte die Kirchgenossen- resp. Bürgergemeinde die Armensteuerhoheit. 1990 wurde die Bürgergemeinde in die politische Gemeinde inkorporiert, der die bisherigen Aufgaben der Bürgergemeinde übertragen wurden.

Bis zur Aufhebung der Bürgergemeinde verwaltete diese auch die Korporationsgüter, seither ist die Korporation eine selbständige juristische Person öffentlichen Rechts und besitzt einen Einung als Grundgesetz. Sie verwaltet das Korporationsgut: Wälder, Alpen, die Allmend, das Aaried, Wertschriften, Gebäude und Fonds. Korporationsbürger sind die Angehörigen der Geschlechter Abächerli, Ambiel, Berchtold, Burch, Degelo, Eberli, Enz, Friedrich, Halter, Ming, Riebli, Schäli, Schrackmann, von Ah, Wolf und Zurgilgen. Da Töchter aus diesen Geschlechtern nach ihrer Heirat das Korporationsbürgerrecht behalten, erscheinen auch andere Familiennamen auf der Liste der Korporationsbürger. Korporationsbürger oder Korporationsbürgerinnen, die in Giswil einen eigenen Haushalt führen, sind nutzungsberechtigt. Die Teilsamen Gross- und Kleinteil regeln die wirtschaftliche Nutzung ihrer Alpen selbständig. Für die Nutzung des Kulturlands (Allmend und Aaried) besteht eine eigene Verordnung.

Oberstes Organ der Korporation ist die Korporationsversammlung, die den Korporationsrat für eine vierjährige Amtsdauer wählt. Beide Gremien können Kommissionen wählen.

Erster Einung der Korporation Giswil aus dem Jahr 1632 (ungekürzt)

Aktueller Einung der Korporation Giswil vom 15. Dezember 2011

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